Der „Ziltepad“: auch für unerfahrene Wanderer
Den Ziltepad ohne Wandererfahrung bewältigen? Wendy Oude Veldhuis und Aafke Wallie van Dijk haben es einfach gemacht. Ohne großen Plan, ohne Erwartungen und mit festem Schuhwerk legten sie einen Teil der Strecke zurück. Auf dieser Seite erfährst du, wie es lief, was ihnen die Wanderung gebracht hat und welche Tipps sie allen geben, die noch zögern. Du musst nicht alles auf einmal machen. Auch nur einen Teil der Strecke zu wandern, ist möglich.
Der „Ziltepad“: Auch ohne Erfahrung kommst du ans Ziel
Fernwandern klingt so, als wüsste man genau, was man tut. Gute Schuhe, leichter Rucksack, gerader Rücken und los geht’s. Bei Wendy und Aafke Wallie fängt es einfach damit an, die Schnürsenkel zu binden und sich zu fragen: Wie weit ist es eigentlich? In einem Anflug von Begeisterung beschließen sie gemeinsam, ihre erste Fernwanderung zu unternehmen. Sie entscheiden sich für den „Ziltepad“ entlang der Wattenmeerküste. Mit einer Übernachtung in einer Kirche unterwegs. Schlafsack dabei, Liege bereit, Gegenwind. „Wir wollten die gesamte Tour erleben, inklusive einer solchen Übernachtung in einer Kirche“, erzählt Wendy.
Startschuss: von Eastrum nach Holwerd
Auf der Karte wählen die beiden die Route von Eastrum nach Holwerd. Ziemlich ambitioniert für zwei untrainierte Wanderer. Auf halber Strecke liegt Hiaure. Dort können sie in der Kirche übernachten. Die Tour beginnt an der Nicolaaskerk in Eastrum. Sie nehmen das Routenheft zur Hand und holen sich ihren ersten Stempel. Eine kleine Geste, aber es fühlt sich wie ein Startschuss an. „Als würde man sich selbst die Erlaubnis geben, für einen Moment aus dem Alltagstrott auszuste igen“, sagt Wendy.
„Wir wollten die gesamte Tour miterleben, inklusive einer Übernachtung in einer Kirche“,
Blasen, Umwege und Dokkum in Socken
Die ersten Kilometer führen durch kleine Dörfer, vorbei an Gärten, Feldern und Straßen, auf denen Autos vorbeirauschen. Von Besinnlichkeit ist noch wenig zu spüren. Wendy und Aafke Wallie unterhalten sich über Arbeit, Zuhause und Pläne. Zweimal biegen sie falsch ab. Die erste Blase wird am Ufer des Kanals mit einem Pflaster versorgt. „Das gehört offenbar auch dazu“, sagt Aafke Wallie. „Pflaster drauf und weiter geht’s.“ In Dokkum lassen sie sich auf der Terrasse von KB Food & Drinks nieder. Schuhe aus. In Socken in der Sonne. Der Aperol Spritz ist vielleicht nicht die klügste Wahl, aber das Pilzrisotto tut gut. „Wir waren müde, aber vor allem froh, dass wir uns kurz hinsetzen konnten“, sagt Wendy.
Übernachten in der Kirche von Hiaure
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit kommen sie bei der kleinen Kirche von Hiaure an. Ein Freiwilliger übergibt ihnen den Schlüssel und lädt sie ein, am nächsten Morgen noch kurz die Orgel zu spielen. Drinnen stoßen sie mit einer Dose Spezialbier auf den mintgrünen Kirchenbänken an. Danach putzen sie sich die Zähne und rollen ihre Schlafsäcke auf den Feldbetten mitten auf dem Altar aus. „So etwas erlebt man nicht jeden Tag“, sagt Aafke Wallie. An Schlaf ist kaum zu denken. Eine Liege bleibt eben eine Liege. Über ihren Köpfen schlägt jede Stunde die Kirchenglocke. Dennoch würden sie es nicht anders haben wollen. „Das hätte ich um nichts in der Welt verpassen wollen“, sagt Wendy.
„Eine Trage bleibt eine Trage. “
Weiter nach Holwerd
Am nächsten Morgen fällt das Licht in die Kirche. Nach Tee und einem Rosinenbrötchen steigt Wendy noch kurz zur Orgel hinauf. Ein paar Akkorde später füllt sich der Raum mit Klang. „Das war ein schöner Start in den Tag“, sagt Wendy. Danach wandern die Damen weiter nach Holwerd. Ruhiger als am Tag zuvor. Weniger reden, mehr schauen. Bei der Kirche von Holwerd sammeln sie ihren zweiten Stempel. Der fühlt sich redlich verdient an. Auf dem Campingplatz „Zee van Tijd“, direkt neben der Kirche, trinken sie noch eine letzte Tasse Tee in der Sonne. Müde, aber zufrieden.
„„Das hätte ich um nichts in der Welt verpassen wollen.““
Tipps von Wendy und Aafke Wallie:
- Wähle eine kürzere Etappe oder teile deine Route auf.
- Kläre im Voraus, wie du hin- und zurückkommst.
- Nehmen Sie Ohrstöpsel mit, wenn Sie in einer Kirche übernachten.
- Achte darauf, dass dein Rucksack gut sitzt.
- Lauf deine Schuhe ein und nimm Blasenpflaster mit.
- Möchtest du in einer Kirche übernachten? Buche rechtzeitig und bring Bargeld mit.
- Schau unterwegs ab und zu auf die Karte. Das erspart dir Umwege.