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Marinke Degen

Ich bin Marinke. Ich bin Köchin, aber ich nenne mich genauso gerne Geschichtenerzählerin. In meiner Arbeit dreht sich alles darum, woher Essen kommt und wie es wächst. Zusammen mit meinem Partner koche ich auf Biobauernhöfen, mit dem, was das Land im jeweiligen Moment hergibt.

Ab dem 1. April beginnt ein neues Abenteuer. Ich werde das Ziltepad laufen. Ich möchte die Wattenmeerküste besser kennenlernen und herausfinden, was passiert, wenn man tagelang unterwegs ist. Wandern tue ich seit Jahren. Ich weiß, wie es ist, lange draußen zu sein und sich auf das zu verlassen, was man bei sich hat. Zu Fuß sieht man mehr. Man verlangsamt, schaut anders und bekommt Raum im Kopf.

Zu so einer Reise gehört ein gut gefüllter Rucksack. Darin stecken Snacks, die ich selbst mache, darunter Fruchtleder, dünn getrocknetes Fruchtpüree, ein Tagebuch zum Schreiben unterwegs und ein kleines Tape für meine Füße. So bleibe ich fit und sorge gut für mich.

Unterwegs schreibe ich in diesem Tagebuch darüber, was ich sehe und was hängen bleibt. Ich freue mich darauf.

Tag 1

Einen Platz finden

Gestern, auf der ersten Etappe meiner Reise, ging es vor allem darum, meinen Platz zu finden.

Plötzlich war alles anders; da stand ich nun in der Nieuw Kerk in Den Helder, umgeben von interessierten Menschen und vier Fremden, mit denen ich die nächsten 22 Tage reisen werde. Es wirkte alles noch etwas surreal.

Meinen Platz in der Gruppe finden: Wie schafft man es, sich Raum zu verschaffen und gleichzeitig mit anderen in Kontakt zu treten?

Einen Platz für meinen Rucksack – im übertragenen Sinne auf meinem Rücken, aber auch für all die Sachen darin. Wie finde ich alles wieder? Wo ist der logischste Platz, damit ich es schnell greifen kann?

Und einen Platz in mir selbst finden; gestern war ich noch nicht da. Heute nimmt alles langsam Gestalt an und findet seinen Platz; der Spaziergang allein an der Küste schafft Raum.