Boschplaat: Freiheit!

Östlich von Terschelling lag einst eine abgesonderte Sandbank. Ihre freie Lage verdankte sie der Rinne Koggediep. Durch das Zuschlammen der Rinne und den Bau eines künstlichen Sanddeiches zwischen 1931 und 1937 konnte diese Sandbank mit Terschelling verschmelzen. So entstand die Boschplaat, das größte Naturgebiet der Insel. Das überwältigende Gefühl der abgesonderten Freiheit ist geblieben. Auf diesem Fleckchen Niemandsland spürt man dies ganz besonders. . Die Boschplaat ist außerdem ein Dark Sky Park. Hier kann man tiefe Dunkelheit und einen endlosen Sternenhimmel erleben.

Der Name ‘Boschplaat’ hat übrigens nichts mit „Busch“ oder Wald zu tun. Denn einen Wald gibt es hier nicht. Das Wort „Bos“ bezeichnete früher auch eine „Anhöhe in der Landschaft“; es ist also ein Verweis auf die Sandbank, aus der das Gebiet einst entstanden ist. Die Koggediep-Rinne findet man hier noch als „Eerste Slenk“ (der erste Graben) . Dies ist einer der fünf Gräben, über die Ebbe und Flut auf die Natur der Boschplaat einwirken.

Die Verbindung zwischen Terschelling und der Boschplaat war früher nicht ungefährlich. Bei starkem Sturmwind aus westlicher Richtung waren Fischerboote der Gefahr ausgeliefert, von der Nordsee aufs Watt gedrängt zu werden. Aus diesem Grund wurde zwischen 1931 und 1937 ein fast neun Kilometer langer künstlicher Sanddeich angelegt, der Derk Hoekstra Stuifdijk. Seitdem sind Terschelling und die Boschplaat unlöslich miteinander verbunden.

Ursprünglich sollte mit der Einrichtung des künstlichen Sanddeiches auf der Boschplaat eine Kulturlandschaft geschaffen werden. Dazu ist es zum Glück nicht gekommen. 

Die Boschplaat konnte sich in unbegrenzter natürlicher Freiheit zu einem der wertvollsten Naturgebiete der Niederlande entwickeln und wurde 1970 zum Europäischen Naturreservat ernannt.

Die Boschplaat ist von unschätzbarer Bedeutung für viele Brutvögel. Die Marschwiesen beherbergen große Kolonien von Möwen und nach neuesten Zählungen brüten dort zweihundert Löffler-Pärchen. Auch kann man hier den Seeregenpfeifer, die Seeschwalbe und ihre seltene Verwandte die Zwergseeschwalbe beobachten. Sie alle gedeihen hier ausgezeichnet, dank des einzigartigen Rhythmus von Ebbe und Flut, der die trocken fallenden Wattflächen in ein reich gefülltes Büffet für Vögel verwandelt.

Aber diese Natur ist keineswegs selbstverständlich. Der Anstieg des Meeresspiegels stellt eine Bedrohung dar und die Biodiversität geht zurück. Deshalb wurde gemeinsam mit den Bewohnern der Insel eine  Zukunftsvision erarbeitet, damit die Boschplaat auch in Zukunft ein attraktives Gebiet für Menschen, Flora und Fauna bleibt.

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