Der Lauf der Zeit

Einst schlängelte sich der Fluss Hunze durch die Landschaft zwischen Watt und Stadt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Fluss reguliert, sodass er heute ein Monument historischer Wasserbaustrukturen ist.

Reitdiep-Gebiet
Das Reitdiep-Gebiet ist eine der ältesten Kulturlandschaften hinter dem Wattenmeerdeich. Früher schlängelte sich der Fluss Hunze (heute der Reitdiep) durch die Landschaft zwischen Stadt und Watt. Die Stadt Groningen hatte dadurch eine offene Verbindung mit dem Wattenmeer. Bis 1876 war der Noorderhaven ein Gezeitenhafen. Außer Ebbe und Flut hatte auch das Salzwasser einen großen Einfluss auf die Landschaft. Seit dem 13. Jahrhundert wurde der Hunze-Fluss nach und nach reguliert. So entstand der Reitdiep, der 1877 bei Zoutkamp definitiv vom Meer abgeschlossen wurde.

Alte Wasserläufe
An manchen Stellen ist der alte Verlauf des Hunze in der Landschaft noch deutlich sichtbar, zum Beispiel rund um das Oude Diepje bei Winsum, wo fünf ständig versandende Flussschlingen schon 1629 abgeschnitten wurden. Die alten Schleifen des Flusses wurden eingedämmt, damit sie sich mit Schlamm zusetzen konnten.

Das Oude Diepje ist der Verbindungsgraben der angelegt wurde, damit in dem umliegenden Gebieten entlang des alten Flusses das Wasser ablaufen konnte. Zwei Pumpen, die Noorderpomp und die Zuiderpomp, pumpten das Wasser aus dem Graben in den Reitdiep. An mehreren Stellen entlang des Reitdiep stehen heute Informationstafeln über diese und andere Wasserbaustrukturen. So wird eine Wanderung entlang des alten Hunze-Flusses zu einer Wanderung durch die Zeit.

Wassermanagement heute
Noch immer schlängeln sich Wasserläufe - häufig jahrhundertealte Wassergräben - durch die Groninger Landschaft. Und über den Reitdiep verläuft noch immer die wichtigste Entwässerung aus dem Norden und Westen der Provinz Groningen. In der Ortschaft Lammerburen liegt das Pumpwerk De Waterwolf. Lammerburen wird häufig auch Electra genannt. Alle zwei Jahre findet hier nämlich das gleichnamige Festival statt.

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