Das Planetarium von Eise Eisinga
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Vom Wollkämmerer zum Astronom
Eise Eisinga interessierte sich schon als Kind für Mathematik und Astronomie. Doch als Sohn eines Wollkämmers kam ein Studium nicht in Frage. Er begann, im Betrieb seines Vaters zu arbeiten. Das hielt ihn jedoch nicht auf. Von seinem damaligen Wohnort Dronrijp aus lief er regelmäßig nach Franeker. Dort gab es Buchhandlungen, Verlage und die zweite Universität der Niederlande. Eise besuchte dort öffentliche Vorlesungen und vertiefte sich weiter in Mathematik und Astronomie.
Die Welt würde untergehen
Im Jahr 1774 kam es zu Unruhen wegen einer besonderen Konstellation der Planeten. Einem friesischen Pfarrer zufolge hätte dies dazu führen können, dass die Planeten miteinander kollidierten und die Welt unterginge. Eise wusste, dass dies nicht möglich war. Planeten bewegen sich auf ihren eigenen Bahnen um die Sonne und sind viel zu weit voneinander entfernt, um sich einfach so zu berühren. Um dies auch anderen zu zeigen, entwickelte er ein recht ambitioniertes Beweisstück: ein funktionierendes Modell des Sonnensystems in seinem eigenen Haus an einer Gracht in Franeker.
Planeten an der Decke
Eise dachte, er könne sein Planetarium in ein paar Monaten bauen. Am Ende wurden es sieben Jahre. Als es fertig war, war der vorhergesagte Weltuntergang also längst vorbei. Das Ergebnis nimmt fast die gesamte Decke des Wohnzimmers ein. Über dem Zimmer, auf dem Dachboden, befindet sich das riesige Räderwerk, das alles in Bewegung hält. Sogar das Bett musste weichen: Dort landete die Pendelstange der Uhr. Seine Frau Pietje Jacobs hatte sich den Umbau vielleicht etwas anders vorgestellt.
Der Bauernprofessor
Das Planetarium zog schon bald viele Besucher an. Eisinga wurde als „Bauernprofessor“ bekannt und unterrichtete sogar Studenten der Universität von Franeker. Das tat er in seinem Planetarium, aber auch draußen auf der Festung hinter seinem Haus. Auch König Wilhelm I. hörte von dem besonderen Planetarium und reiste nach Franeker. Er war so beeindruckt, dass er es schließlich kaufte. Bedingung war, dass Eisinga weiterhin Besucher empfing und Erläuterungen zu seinem Bauwerk gab.