Verschwundene Dörfer

Bis weit in das 19. Jahrhundert hinein war Ameland dem Meer ohne jeden Schutz ausgeliefert. Es gab zwar ein paar kleinere Deiche zum Schutz der Ackerflächen, aber die boten keinen Schutz gegen schwere Stürme. Dadurch gingen große Teile der ursprünglichen Inselfläche verloren. Ganze Dörfer wie Sier, Oerd und Swartwoude vergingen in Sandströmen und Sturmfluten. Im Landschapzaal des Naturzentrums in Nes werden die Geschichten über Stürme und Deichbau erzählt.

Die Geschichte von Sier ist außergewöhnlich, weil dieses Dorf einst verschwand - dann aber wieder zum Vorschein kam. Die Siedlung am Borndiep, an der Westspitze der Insel wurde wahrscheinlich schon vor dem 13. Jahrhundert bewohnt. Durch Sturmfluten und Sandströmungen der Dünen wurde diese Siedlung im 16. und 17. Jahrhundert immer weniger attraktiv als Lebensraum. Die Bewohner rissen ihre Häuser ab, um sie ein Stück weiter bei Hollum wieder aufzubauen. So verschwand Sier von der Karte. 

Aber Mitte des letzten Jahrhunderts wurden die Fundamente wieder sichtbar. Durch den Bau des Abschlussdeiches veränderte sich der Verlauf der Strömung im Wattenmeer.

Die starke Strömung im Borndiep trug nun Teile der westlichen Düne ab und legte dafür Reste der Ortschaft Sier wieder frei, darunter 208 alte Wasserbrunnen, gebaut aus Lehmplaggen und Heringsfässern aus Eichenholz. Diese stellten sich als wunderbare Zeitzeugen heraus, gefüllt mit zahlreichen Gebrauchsgegenstände (heute zu besichtigen im Museum Sorgdrager in Hollum).

Von der eigentlichen Ortschaft Sier ist übrigens nichts mehr zu finden. Durch die Dynamik des Wattenmeeres verschwand der Ort für alle Ewigkeit unter Wasser. Was geblieben ist, ist nur der Name der Fähre, ein Straßennamensschild und der Weg durch die Dünen am Ende des Badweg von Hollum: der ‘Siermoaispad’.

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