Weingut Hof van 't Hogeland
Mensingeweer
„Man wähnt sich einfach in Frankreich, im Jura. Ein sanft nach Süden abfallender Hang, in Reih und Glied die Weinreben. Dieser Weinberg ist biologischer als biologisch. Ich verwende überhaupt nichts, kein einziges Pflanzenschutzmittel.“
Schau doch schon mal rein
Tatsächlich befinden wir uns auf der Warft Groot Maarslag, zwischen Schouwerzijl und Mensingeweer. Elma Middel ist die Winzerin, mit Strohhut und Gartenschere in einer Scheide am Gürtel auf dem Bauch. Der Weinberg „Hof van ’t Hogeland“ wurde 2013 angelegt. „Eigentlich hat alles mit den Erdbebenproblemen angefangen“, sagt sie mit einer gewissen Ironie. „Das Haus und die Scheune erwiesen sich als unverkäuflich, und da denkt man sich: Ärmel hochkrempeln, was kann ich sonst noch damit anfangen?“ Also ging es mit den Händen in den Lehm. Am Hang stehen gut 2.200 Rebstöcke auf drei Viertel Hektar. Das ergibt etwa 3.000 Flaschen pro Jahr. Etwa zwei Drittel davon sind der Sorte Solaris, der Rest ist Johanniter. „Die Solaris ist ziemlich resistent gegen Mehltau und wächst bis nach Stockholm – dann muss es hier doch sicher klappen! Ich möchte nicht spritzen, und bisher war das auch nicht nötig: So nah am Wattenmeer weht immer eine leichte Brise, und mit guter Laubwandpflege kommt man schon weit, wie sich zeigt. Wirklich, man riecht am Wein einfach, dass er mit Schwefel behandelt wurde. Die Johanniter-Traube ist einen Monat später reif als die Solaris. Aus beiden keltern wir trockene Weißweine, und eigentlich wollten wir sie mischen, um der Solaris etwas mehr Pep zu verleihen. Aber sie haben jeweils so schöne Eigenschaften, dass sie separat in Flaschen abgefüllt werden.“
„Dieser Weinberg ist eigentlich biologischer als biologisch. Bislang verwende ich nicht einmal Pflanzenschutzmittel, die im biologischen Anbau zugelassen sind. Das Einzige, was ich hinzufüge, ist manchmal etwas Pferdemist. Die Laufenten halten die Schnecken in Schach. Das gemähte Gras bereichert den Boden. Ohne das SKAL-Gütesiegel darf man das Wort ‚biologisch‘ nicht verwenden: Wir bezeichnen den Wein als ‚rein – frisch – trocken‘“, sagt die Winzerin. Die Verarbeitung der Trauben übernimmt sie nicht selbst: „Das ist wirklich eine Kunst für sich. Das überlasse ich einem professionellen Winzer: der Neerlands Wijnmakerij in Bentelo. Die wunderschönen Etiketten (mit den Laufenten) wurden von Frank Verhulst aus Groningen entworfen. Ein schönes Produkt verdient ein passendes Erscheinungsbild.“
„Ich konzentriere mich auf die besseren Restaurants in der Region und auf einige wenige in der Stadt. Unser 2016 wird sogar im ‚Onder de Linden‘ in Aduard ausgeschenkt! Unter anderem das ‚Kleine Oestertje‘ in Oldehove, ‚Andre Dokter‘ in Briltil, das ‚Kerkje Wetsinghe‘ und das ‚Scandinavisch Dorp‘ am Paterswoldse Meer sind begeisterte Abnehmer: Ihre Gäste kommen offenbar immer wieder gerne zurück. Das B&B Batenborg in Winsum bietet den Wein bei Übernachtungen an. Verkaufsstellen für Privatpersonen sind Gall&Gall in Winsum, Hein Post in Groningen, und auch der neue Foodmarkt in der Euroborg wird ab 2019 unseren Solaris verkaufen. Es gibt bereits verschiedene Unternehmen, die den Wein für ihre Weihnachtsgeschenkkörbe ausgewählt haben. Im vergangenen November war der Jahrgang 2017 bereits komplett ausverkauft, aber ab Mai wird der vielversprechende Jahrgang 2018 ausgeliefert. Der Einzelhandelspreis für eine Flasche liegt bei etwa 17 Euro. Das Weingut kann nach Vereinbarung besichtigt werden.“
Sprich mit einem Winzer, und du bist moralisch und praktisch verpflichtet, zu probieren und zu verkosten. Leute, dieser Solaris ist eine wahre Wonne, als würde ein Engelchen auf deine Zunge pinkeln. Der Wein legt sich sozusagen wie ein öliger Film auf die Zunge. Die Fruchtigkeit von Äpfeln und Birnen ist deutlich spürbar. Mit einem Nachgeschmack von Walnüssen. Hätte ich doch nur ein Stück Käse aus der Franche-Comté zur Hand gehabt...
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Groot Maarslag 129961TB Mensingeweer Planen Sie Ihre Route zum Weingut Hof van 't Hogeland