Yme Meirink
Oosternijkerk
Mit einem breiten Lächeln blickt Yme Meirink in den Seitenspiegel des Traktors. Die Pflanzkartoffeln fallen in den mit Stoff ausgekleideten Auffangbehälter. Ja, vorsichtig mit den empfindlichen Knollen.
Schau doch schon mal rein
(Die Audio-Geschichte kann im Medienbereich angehört werden)
Mit einem breiten Lächeln blickt Yme Meirink in den Seitenspiegel des Traktors. Die Pflanzkartoffeln fallen in den mit Stoff ausgekleideten Auffangbehälter. Ja, vorsichtig mit den empfindlichen Knollen. Er streckt Lieuwe den Daumen hoch, der bereits bereit steht, um die nächste Ladung aufzufangen. Ein Mitarbeiter fährt weiter vorne mit einem vollen Wagen, und ein anderer ist, wenn alles gut geht, schon wieder auf dem Weg zum Feld. Für die Ernte ist eine gute Abstimmung erforderlich, aber das klappt gut mit diesen Männern, vor allem mit seinem Partner Lieuwe. Was für ein Goldstück er doch ist.
„Es läuft wie am Schnürchen“, stellen sie fest, als der erste Haufen Pflanzkartoffeln im Schuppen liegt. Eine Parzelle von Yme war als erste an der Reihe, und gleich nehmen sie sich eine von Lieuwe vor. Sie besitzen zwar jeweils ihr eigenes Land, arbeiten aber so, als wäre das nicht der Fall. Sie nehmen einfach das Feld, das als erstes abgeerntet werden muss. Einfacher geht es nicht. Und sie gehen immer davon aus, dass das gesamte Pflanzgut geerntet werden kann.
„Ich glaube, wir werden nur die Hälfte der Ernte einbringen“, sagt Lieuwe. Sie blicken auf den riesigen Raum in Ymes Scheune. Yme hebt eine Kartoffel vom Boden auf. Sie ist fest, unbeschädigt, aber klein. Schuld daran ist die Hitze des vergangenen Sommers. Bevor sie wissen, was das einbringt, ist schon wieder ein halbes Jahr vergangen. An diese Ungewissheit haben sie sich inzwischen gewöhnt. Trotz der geringeren Ernte ist Yme nicht unzufrieden. „Weißt du noch“, sagt er zu Lieuwe. „Letztes Jahr waren unsere Scheunen voll. Aber Mann, Mann, was hatten wir damals für einen Stress.“ Er spielt auf den Regen und das nasse Land an. „Eine Maschine nach der anderen ging kaputt“, erinnert sich Lieuwe. Ohne sich abzusprechen, gehen sie gemeinsam zum Pausenraum, trinken kurz eine Tasse Kaffee – die Mitarbeiter kommen gleich.
Mehr ist nicht immer besser – das ist auch die Zukunft der Landwirtschaft, denkt Yme, als er ein paar Stunden später seinen Overall auszieht. Er muss sich gleich für seine Arbeit bei der Versicherung auf den Weg machen, zu den Landwirten. Auch dort finden seine Vorstellungen Bestätigung: Die Vergrößerung des Betriebs kann nicht ewig so weitergehen, die Risiken sind für Einzelne nicht mehr zu tragen – kein Landwirt sagt ihm etwas anderes. Aber wie soll man dann über die Runden kommen?
Er und Lieuwe tun, was sie können, um die Qualität hoch zu halten. Zum Beispiel, indem sie alle vier Jahre Jungkartoffeln anbauen, statt wie traditionell alle drei Jahre. Damit beugen sie der Kartoffelmüdigkeit vor. Um einen Anbauplan von 1 zu 4 vollständig umzusetzen, wäre jedoch mehr Land erforderlich. Land zu kaufen ist jedoch nicht finanzierbar.
„Die Kinder sitzen schon den ganzen Vormittag da und beobachten euch“, erzählt Aaltsje, während Yme noch schnell ein Brötchen mitisst. Sie hatten gerade mit der Ernte auf dem Feld gegenüber dem Bauernhof begonnen. Er lacht – als Junge fand er Traktoren auch schon sehr faszinierend. Da saß er stundenlang vor den Fenstern. Ob seine Kinder das Bauernleben später noch spannend finden werden? Die Zeit wird es zeigen. Er steht auf und küsst sie. „Bis später!“
(Hören Sie sich die Audioerzählung neben dem Foto an)
Diese Geschichte ist Teil der Route „Bildtstars und Eigenheimers“ von Sense of Place
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