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Familie de Jong

Westhoek

Ein Symbol zeigt eine graue Wolke mit drei Tropfen. Teun schließt die Website, noch ein paar Berechnungen, und schon ist die Buchhaltung für diese Woche wieder erledigt. In der Ferne dröhnt die Erntemaschine. Sohn Geertjan ist zusammen mit anderen gerade mit der Ernte beschäftigt.

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(Die Audio-Geschichte kann im Medienbereich angehört werden) 

Ein Symbol zeigt eine graue Wolke mit drei Tropfen. Teun schließt die Website, noch ein paar Berechnungen, und schon ist die Buchhaltung für diese Woche wieder erledigt. In der Ferne dröhnt die Erntemaschine. Sohn Geertjan ist zusammen mit anderen damit beschäftigt, die letzten Parzellen Zuckerrüben zu ernten. Es wäre schön, wenn heute alles abgeerntet werden könnte, denkt Teun. Bei dem Regen, der morgen kommen soll, wird das nichts. 
Das Handy vibriert auf dem Tisch. Die Buchstaben HZPC leuchten auf dem Display auf. „Wir haben eine Anfrage aus Kuba“, sagt der Außendienstmitarbeiter des Handelshauses. „Könnt ihr heute noch 30 Tonnen Spunta liefern? Das Schiff liegt bereits in Harlingen bereit zur Abfahrt.“ 

Teun denkt blitzschnell. So eine Last-Minute-Anfrage nach Pflanzkartoffeln der Klasse E ist ein gutes Geschäft. Anscheinend ist bei der Lieferung eines anderen Landwirts etwas schiefgelaufen – vielleicht doch ein Virus, ein Bakterium oder eine Beschädigung? Am Kai kann die Ladung noch zurückgewiesen werden. 

„Ich rufe dich in fünf Minuten zurück“, sagt Teun. Geertjan und Roelof sind bestimmt auch dafür, aber sie entscheiden gemeinsam. Außerdem müssen sie das Pflanzgut vorbereiten, denn er selbst hat eine Sitzung der niederländischen Ackerbaugewerkschaft. Dort setzt er sich für ein gutes Einkommen der Ackerbauern auf kurze und lange Sicht ein. Bei der Sitzung geht es diesmal um die EU-Richtlinie gegen unlautere Handelspraktiken. 

„Schön“, sagt Roelof am Telefon. „Morgen mache ich hier einfach weiter.“ Mit „hier“ meint er den Westhoek, wo er gerade Winterweizen sät. Roelof findet sich mittlerweile gut auf den neuen Parzellen zurecht, vermutet Teun, genauso wie in dem stattlichen Bauernhof aus dem 19. Jahrhundert, in dem er wohnt. 

Wenig später treffen sie sich in der Lagerhalle, die 2016 doppelt so groß geworden ist. Die Ernte ihrer 45 Hektar Kartoffeln wird hier sortiert und gelagert. Mit dem Gabelstapler hebt Roelof eine Kubikkiste mit der richtigen Sorte in der richtigen Größe herunter. „Der Lkw ist unterwegs“, ruft Teun draußen Geertjan zu. Sein Sohn streckt den Daumen hoch, denn gerade rollt eine neue Ladung Rüben vom Kipper. 

Als sie eine kurze Pause zum Abendessen einlegen, schießt Teun ein stechender Schmerz in den Rücken. Sein Körper ist nach dem Sturz von der Leiter nie wieder ganz derselbe geworden. Nie hatten sie ihre drei Söhne dazu gedrängt, Landwirte zu werden, aber als er selbst ausfiel, sprangen Geertjan und Roelof sofort ein. Mit dem Land, das sie dazukaufen konnten, war die Erweiterung des Ackerbaubetriebs De Jong doch noch zustande gekommen. Vier Generationen Landwirte, dachte Teun, das gab ihm doch eine enorme Befriedigung. 

Er steht auf. „Ich muss los, es wird wohl schon spät sein.“

Diese Geschichte ist Teil der Route „Bildtstars und Eigenheimers“ von Sense of Place

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Oudebildtdijk 1056
9075 NK  Westhoek
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