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Sabien Bosman über ihr Texel und die leckersten Austern

Sabien Bosman kam vor einigen Jahren nach Texel. Mit ihrem eigenen Catering-Unternehmen STAAL Catering kocht sie gerne mit den lokalen Produkten der Watteninseln. „Visit Wadden“ lernte diese begeisterte Frau bei einem ihrer kulinarischen Aufträge kennen. Und was stellte sich heraus? Sabien ist nicht nur Catererin, sondern macht noch viel mehr auf der Insel. Was genau das ist, lassen wir sie dir ganz persönlich in ihrem allerersten Gastblog für „Visit Wadden“ erzählen. 

Lernen Sie Sabien Bosman kennen! 

(Lesezeit: ca. 5 Minuten)

Vom Caterer zum Botschafter

„Vor vier Jahren ging ich für ein halbes Jahr an die nördlichste Spitze Schottlands, um dort ein Landgut zu verwalten; außerdem sollte ich als Gastgeberin fungieren und für die Gäste kochen. Es kam anders, so ist das manchmal. Zwei Wochen lang war ich unentschlossen, entschied mich dann aber, in die Niederlande zurückzukehren. Auf der Fähre nach IJmuiden schrieb mir eine Freundin aus Texel per WhatsApp, ob ich nicht eine Woche lang in ihrem Ferienhaus vorbeikommen wolle, um in Ruhe nachzudenken. Vier Jahre später lebe ich immer noch auf Texel.

Ich hauchte meinem Catering-Unternehmen neues Leben ein, kochte mit so vielen Produkten aus Texel und dem Wattenmeer wie möglich und erhielt innerhalb eines Jahres das Prädikat „Waddengoud“. Texel erwies sich als eine Art Goldmine – was wird hier nicht alles angebaut, gezüchtet, gebraut, getrocknet, geknetet und gebacken! Kulinarisch konnte ich mich voll und ganz austoben und gut damit umgehen. Doch neben dem Kulinarischen entdeckte ich auch, wie reich die Natur hier ist, wie vielfältig und so nah – alles in greifbarer Nähe. Deshalb stürzte ich mich auf die (Natur-)Kurse, die reichlich angeboten wurden und werden. Vom Texeler Integrationskurs über den Kurs „Gastgeber des Nationalparks Duinen van Texel“ und IVN-Aktivitäten bis hin zur Texeler Ausbildung zum Naturführer.“

Der Koch, der Reiseleiter und der Strandgutsammler

„Mittlerweile bin ich Guide auf dem Watt, den Schorren und dem Noord Slufter, und da ich (fast) jeden Morgen mit einem einstündigen Strandspaziergang beginne, bezeichne ich mich auch als Strandgutsammler. Der Koch, der Guide und der Strandgutsammler – so hätte der Titel dieses Artikels auch lauten können, aber ich wollte auch über Austern sprechen. Und zwar insbesondere über die exotische japanische Auster. Das ‚Anspülen‘ dieser Auster auf Texel wurde ein wenig unterstützt. Die niederländische Flachauster litt in den 60er Jahren stark unter einer Austernkrankheit, und die Züchter aus Zeeland führten deshalb die japanische Auster ein, in der Annahme, dass diese sich in unseren kalten Gewässern nicht selbst fortpflanzen würde und ihre Anzahl somit unter Kontrolle gehalten werden könnte. Das lief anders: Ab den 70er Jahren vermehrten sie sich massenhaft.

Sie wurden ab den 1980er Jahren auch in das Wattenmeer eingeführt. Und die Zahl der japanischen Austern nimmt nach wie vor zu. Die Möwen und Austernfischer haben im Laufe der Jahre einen Weg gefunden, sie zu öffnen, der Austernmann sammelt sie ein, öffnet sie und serviert dazu ein Glas Sekt, und so manches Restaurant auf Texel hat sie auf der Speisekarte.“

Salzige vegane Auster

„Ihre unregelmäßige Form, ihre Größe und ihre messerscharfen Kanten machen sie nicht bei jedem gleichermaßen beliebt. Legt man sie kurz auf einen heißen Grill, öffnen sie sich nach ein paar Minuten von selbst. So sind sie noch nicht ganz fest, sondern nur kurz erwärmt. Ein Spritzer Zitrone darüber – einfach köstlich. Ich wollte eigentlich über angespülte Austern sprechen, und dazu gehören auch die blauschwarzen fossilen Schalen der Flachauster, die ich bei meinen morgendlichen Spaziergängen an der Nordseeküste von Texel aufsammle. Manchmal noch mit einem perlmuttartigen Glanz, schön glatt abgeschliffen und auch mit Löchern vom Bohrschwamm darin. Nur an der Nordseeküste finde ich diese blau-schwarzen Schalen, manchmal auch ockergelbe, aber niemals weiße – diese sammle ich ausschließlich an der Wattenmeerseite.

Die schönsten Exemplare nehme ich mit nach Hause und verwende sie später bei meinen Catering-Veranstaltungen. Damit präsentiere ich dann eine salzige vegane Auster: eine schöne Austernschale vom Strand, darin ein Austernblatt legen, darauf ein paar Seebananen, die Spitzen und kleinen Blätter der Eisblume sowie essbare Blüten. Zum Beispiel überblühter Schnittlauch oder Knoblauchblüten, aber auch hübsche Farben wie Kornblume und Ringelblume eignen sich hervorragend.“

Gewinnspiel: Gewinne das Buch „Zilt“

Annette van Ruitenburg, Ellen van Straten und Sabien Bosman erzählen dir in dem Buch „Zilt“ alles über das salzige Gemüse aus dem Wattenmeergebiet und wie du es selbst anbauen kannst. Das Buch ist reichhaltig mit köstlichen Rezepten und praktischen Tipps gefüllt. „Visit Wadden“ verlost drei Exemplare des Buches, inklusive eines Pakets mit salzigen Samen zum Selberanbau. Nimm am Gewinnspiel von „Visit Wadden“ teil und vielleicht gewinnst du ein Exemplar von „Zilt“! 

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