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Von Torf, Warften und Wasser

Wer das Zentrale Woldland betritt, sieht eine Landschaft, die ihre Geschichte nicht auf den ersten Blick preisgibt. Die weitläufigen Felder, die sich schlängelnden Gräben und die kleinen, erhöht gelegenen Bauernhöfe scheinen ein friedliches Bild zu zeichnen. Doch unter dieser Ruhe verbirgt sich eine jahrhundertealte Geschichte – ein Kampf gegen das Wasser, ein zurückerobertes Land und eine Gemeinschaft, deren Wurzeln tief im Lehm liegen.

Eine Landschaft, die verschwand

Vor Jahrhunderten sah das Woldland noch ganz anders aus. Wo heute fruchtbare Felder liegen, erstreckte sich damals eine meterhohe Moorlandschaft.

Bereits seit der Römerzeit begannen die Bewohner, das Moorgebiet zu urbarisieren. Hauswarte und erhöhte Hofstellen entstanden an den Rändern des Woldlands. Im frühen Mittelalter wurden systematische Urbarmachungsmaßnahmen durchgeführt, bei denen gerade Gräben das Wasser in die Hunze und die Fivel ableiteten. Sie trockneten das Moor und machten es für die Landwirtschaft nutzbar. Die Parzellierung folgte einem langgestreckten Muster, das typisch für Moorurbarisierungen ist.

Doch als das Moor verschwand, senkte sich der Boden, und das Woldland wurde zu einer Art natürlicher Badewanne, in der sich Wasser ansammelte. Dies erforderte eine Lösung.

Der Kampf gegen das Wasser

Die Bewohner ließen sich nicht einfach so untergehen. Sie schlossen sich zusammen und bauten den Wolddijk, einen Ringdeich, der noch immer die Landschaft durchzieht. Doch das Wasser kehrte immer wieder zurück. Sturmfluten schlugen zu, der Boden sackte weiter ab, und immer wieder mussten neue Wasserwege gegraben werden. Schließlich sorgten Wassermühlen dafür, dass das Land bewohnbar blieb – Dutzende standen in diesem Teil von Groningen und drehten ihre Flügel gegen den Lauf der Natur.

Dorfleben und Glaube

In der Zwischenzeit wuchsen die Dörfer, und neue Orientierungspunkte tauchten in der Landschaft auf: Kirchtürme. In Bedum, einst eine kleine Siedlung, entstand die Walfridus-Kirche, ein imposanter Wallfahrtsort zu Ehren eines heiligen Bauern. In Ten Boer, Thesinge und Sint Annen gründeten Mönche Klöster, in denen Landschaft und Glaube Hand in Hand gingen. Die Klöster brachten nicht nur Religion, sondern auch Wissen über Wasserwirtschaft und Landwirtschaft mit sich, wodurch sie zur weiteren Entwicklung der Region beitrugen.

Eine Landschaft voller Geschichten

Doch die Vergangenheit hat sich nicht überall gehalten. Manche Dörfer verschwanden unter dem Druck von Wasser, Krieg und Zeit. Namen wie Lutjewolde, Steerwolde und Ellerhuizen klingen heute wie Echos aus einer anderen Epoche. Doch wer genau hinschaut, erkennt noch immer ihre Spuren: ein Bauernhof auf einer Anhöhe, eine Straße, die etwas anders verläuft, ein alter Graben, der irgendwo im Land versiegt.

Heute ist das „Centrale Woldland“ ein Gebiet, in das man sich gerne hineinbegeben kann. Über den Wolddijk, auf dem einst Bauern und Mönche ihren Weg suchten. Entlang der Gemüsegärten des „Boeskoolland“, wo die helleren, sandigen und fruchtbaren Lehmböden noch immer weißen und roten Kohl hervorbringen.

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Dieser Themenbeitrag wurde für die Inspirationskarten und kulinarischen Routen im Rahmen des Programms „Watten-Gastronomie stärkt das Weltkulturerbe-Erlebnis“ verfasst. Der Wattenfonds ermöglicht das Programm durch einen finanziellen Beitrag. Die Provinzen Nordholland, Friesland und Groningen kofinanzieren das Projekt, und auch die Projektpartner NHL Stenden, die Stiftung Waddengroep sowie Unternehmer leisten einen eigenen Beitrag.

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