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Früchte und Lebensmittel von den Amelander Inseln

Ameland bestand im 17. Jahrhundert eigentlich aus drei kleinen Inseln. Dünenkomplexe mit dazugehörigen „Mieden“ (Heuwiesen) und vereinzelten Ackerflächen. Ein westlicher Dünenkomplex erstreckte sich um die Dörfer Hollum und Ballum. In der Mitte lag ein Dünengebiet bei Buren und Nes, zu dem auch De Kooiplaats gehörte. Im Osten befand sich Het Oerd als unberührte Natur. Zwei große Rinnen trennten die Inselchen voneinander. Der Ballumersloot bei Ballum und der Große Slenk bei Nes. Erst im 19. Jahrhundert wurden die Inselchen durch Sanddeiche miteinander verbunden. So entstand der heutige Amelander Polder.      

Fruchtbares Land hinter den Dünen

Das Naturschutzgebiet „Het Oerd“ spiegelt noch heute wider, wie der gesamte Amelander Polder hinter den Dünen entstand. So wie sich das Gebiet hinter den Schiebdeichen von „Het Oerd“ heute entwickelt, so wuchs einst der Amelander Polder hinter den hohen Sanddünen der Insel. Die Dünen auf höher gelegenen Sandböden mit einem inneren Dünenrand gehen in tiefere Bereiche mit angeschwemmtem Salzwiesenboden aus Meereslehm über. Dort wurde fruchtbarer Ackerbau möglich.

Obstsorten auf der Insel

Auf den trockenen und kalkhaltigen Dünen wachsen Sanddornsträucher. Ein Sanddorn kommt mit wenigen Nährstoffen aus. Der orangefarbene, beerenreiche Strauch gewinnt in Zusammenarbeit mit Pilzen auch Stickstoff aus der Luft für den Eigenbedarf. Brombeeren und Holunderbeeren profitieren als echte Stickstoffminer davon. Daher sieht man regelmäßig Sanddornsträucher mit Holunderbeeren und Brombeeren als Unterwuchs. Das Amelander Dünengebiet weist darüber hinaus einige Cranberry-Felder auf, vor allem in feuchten Dünentälern mit saurem Boden. All diese Obstsorten inspirieren zu verschiedenen Amelander Regionalprodukten. Zum Beispiel Amelander Cranberry-Likör und -Bier sowie Amelander Sanddornbonbons. Auch Inselprodukte wie das Amelander Dünenkaninchen und der Amelander Honig stammen aus dem Dünengebiet.

Deiche ermöglichen Viehzucht und Ackerbau

In früheren Zeiten wurde Süßwasser aus dem hohen Dünengebiet durch sogenannte Dünenrücken zurückgehalten, wodurch sich auf dem sandigen Untergrund Torf aus abgestorbenen Wasserpflanzen und vom Wind verwehten Baumblättern bildete. Hinter den Dünenrücken entstanden Salzwiesen durch die Ablagerung von Schlick (= Lehm), der sich hier durch die Gezeitenwirkung des Wattenmeeres absetzte. Dieselbe Gezeitenwirkung, die seit Jahrhunderten alle Salzwiesengebiete in der Wattenmeerregion prägt. Die Entwässerung der Salzwiesen erfolgt über natürlich entstandene, gewundene Rinnen und Gräben, wie dies auf den Salzwiesen von „Het Oerd“ noch zu sehen ist. Teile des Moorbodens und der Salzwiesen wurden im Laufe der Zeit durch das Eindringen von Hochseewasser wieder weggespült. Doch von Menschen errichtete Deiche schützten tiefer gelegene Flächen vor zerstörerischem Salzwasser und entsalzten den Meereslehm. Das begünstigte die Viehzucht und den Ackerbau auf den ehemaligen Salzwiesen. Felder für den Nahrungsmittelanbau befanden sich auf den höchsten Erhebungen. Heuwiesen mit feuchterem Untergrund und Weiden für Weidevieh befanden sich meist in den tiefer gelegenen Bereichen.  

Naturverträgliche Landwirtschaft & Produkte aus Ameland

Die Landschaft auf Ameland wirkt flach, doch wer genau hinschaut, erkennt noch die Muster des alten Deichlandes. Durch das natürliche Muster der Priele, vereinzelte sandige Erhebungen, Überreste alter Priele und sogenannte „Kolken“ (tiefe Tümpel), die bei Deichbrüchen entstanden sind. Der Amelander Polder besteht heute hauptsächlich aus Weideland mit vielen Arten von Wiesenvögeln wie Uferschnepfen, Austernfischern, Rotschenkeln und Kiebitzen. Auch Fischdohlen und Lachmöwen brüten hier. Die Amelander Landwirte betreiben in großem Umfang naturverträgliche Landwirtschaft, die die Grundlage für regionale Produkte von höchster Qualität bildet, wie Bauernkäse und Eis, Rind- und Lammfleisch, Rindfleischkroketten, Rindfleischwürste sowie Schafwolle. Der Ackerbau hat auf der Insel an Umfang verloren, doch es gibt noch kleine Felder mit Senf, Kartoffeln, Roggen und Weizen. Die Rohstoffe für weitere besondere Amelander Regionalprodukte.

Fischerei auf den Salzwiesen und das Weltkulturerbe Wattenmeer

Die Salzwiesen außerhalb der Deiche, die nun Teil des Weltkulturerbes Wattenmeer sind, sind sehr beliebte Sammelplätze für die eher auf das Meer ausgerichteten Wattenvögel. Auf den Salzwiesen wachsen salzhaltige und salztolerante Pflanzen. Einige davon sind als salziges Gemüse essbar. An feuchten Stellen findet man Wasserminze, manchmal sogar auf dem brackigen Boden von Ameland. Weitere Mitnutzer des Weltkulturerbes Wattenmeer sind die Fischer. Auf Ameland gibt es noch einen Teilzeitfischer, der Austern und Herzmuscheln von Hand sammelt. Mit alten Fangtechniken wie dem Standnetz fängt er Meeräschen und Wolfsbarsche. Auch diese Fische kommen als Amelander Produkte auf den Markt.  

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Dieser Themenbeitrag wurde für die Inspirationskarten und kulinarischen Routen im Rahmen des Programms „Watten-Gastronomie stärkt das Weltkulturerbe-Erlebnis“ verfasst. Der Wattenfonds ermöglicht das Programm durch einen finanziellen Beitrag. Die Provinzen Nordholland, Friesland und Groningen kofinanzieren das Projekt, und auch die Projektpartner NHL Stenden, die Stiftung Waddengroep sowie Unternehmer leisten einen eigenen Beitrag.

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