MadNes: auf den Amelander Wellen der Musik
MadNes steht für Surfen, Skaten und gute Musik. Während bei der ersten Ausgabe der Veranstaltung 500 Besucher dabei waren, hat sich das Event mittlerweile zu einem Festival mit 5.000 Besuchern entwickelt. Während des dreitägigen Festivals können Besucher tagsüber nicht nur surfen und skaten, sondern auch allerlei andere sportliche Aktivitäten ausprobieren. So gibt es Yoga, Salsa-Tanzen und sogar Klettern. Aber auch wenn man nicht in sportlicher Stimmung ist, gibt es genug zu tun. Zum Beispiel einen Sandburgenwettbewerb, das Bemalen einer Stofftasche oder einen Ukulele-Workshop. Kombiniert man das mit dem fröhlichen Musikangebot und dem Inselgefühl von Ameland, versteht man sicher, warum MadNes immer ausverkauft ist.
Kurzurlaub auf Ameland
Die Organisation hatte nicht nur bereits eine Verbindung zu Ameland, sondern die Insel ist auch ein wichtiger Bestandteil des Festivals. Das steckt natürlich schon im Namen „MadNes“, der auf das gleichnamige Dorf auf Ameland verweist. Aber gerade die Lage auf einer Insel sorgt für eine Atmosphäre, in der man gemeinsam unterwegs ist und gemeinsam zu Hause ist. Das unterscheidet es von anderen Festivals. Mitorganisator Symen beschreibt MadNes als eine Art Mini-Urlaub: „Wenn man zum Beispiel aus Amsterdam kommt, ist man schon zwei Stunden unterwegs und muss dann noch mit dem Boot fahren. Das sorgt auch dafür, dass ein Tagesausflug keine Option ist. Es ist zwar möglich, aber dann ist man länger unterwegs als man dort ist. Die Leute fahren das ganze Wochenende hin oder verlängern ihren Aufenthalt sogar noch um ein paar Tage. Und weil man auf einer Insel ist, erlebt man auch wirklich dieses Inselgefühl, und das vermittelt ein Urlaubsgefühl.“ Dazu kommen noch die breiten Strände von Ameland, die perfekt für Wassersportler sind – und schon hat man eine Erfolgsformel.
Nachhaltigkeit vor und hinter den Kulissen
Das Thema Nachhaltigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch das Festival. Schon seit der ersten Ausgabe wird intensiv darüber nachgedacht, wie das Festival Schritte unternehmen kann, um so umweltfreundlich wie möglich zu sein. Das beginnt bei kleinen (aber wichtigen) Dingen wie biologisch abbaubaren Bechern und einem guten Angebot an vegetarischen und biologischen Speisen. Aber auch hinter den Kulissen versucht MadNes, Nachhaltigkeit umzusetzen. „Wir müssen die Natur gebührend berücksichtigen. Wir lassen beispielsweise von Biologen eine Naturverträglichkeitsprüfung durchführen, um zu ermitteln, welche Auswirkungen wir auf die Natur haben. Daraus ergeben sich Empfehlungen, und so versuchen wir, Schritte zu unternehmen, um immer nachhaltiger zu werden“, erklärt Symen.
So arbeitet das Festival beispielsweise an nachhaltigeren Stromaggregaten, es werden andere Wege des Stromverbrauchs geprüft und Wasser wird recycelt. Darüber hinaus wollen Symen und der Rest des Organisationsteams auch beim Aufbau des Festivals einen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit machen. „Beim Aufbau benötigen wir viele Fahrzeuge. Radlader, Gators und kleine Wagen, die alles hin und her transportieren. Das läuft alles mit Diesel. Wir wollen nun den Schritt zu einem elektrischen Aufbau machen, bei dem wir einen Radlader und andere Gators komplett elektrisch betreiben.“
Aber auch hinter den Kulissen werden Besucher dazu angeregt, achtsam mit der Natur umzugehen und ihren ökologischen Fußabdruck zu berücksichtigen. So gibt es beispielsweise einen „Plastuin“, in dem Urin in sauberes Wasser und Pflanzendünger umgewandelt wird. Und in diesem Jahr gibt es auch die „Demarrage“, bei der Besucher auf einem Rennrad Strom erzeugen können. „Es ist schön, dass wir Menschen inspirieren können. Den Besuchern auf unterhaltsame Weise zu zeigen, dass man es auch so machen kann, anstatt belehrend zu sein. Für uns ist das wirklich ein wichtiger Teil des Programms“, strahlt Symen stolz.
Klein, aber fein
Obwohl sich die Besucherzahl des Festivals seit der ersten Ausgabe verzehnfacht hat, möchte die Organisation die Veranstaltung klein halten. Vor allem aus praktischen Kapazitätsgründen: Die Anzahl der Personen, die man nach Ameland bringen kann, ist begrenzt. Aber auch die gemütliche und entspannte Atmosphäre soll laut Symen erhalten bleiben: „Wir wollen das Festival klein halten, daher werden wir nicht so schnell doppelt so groß werden. Vor allem, weil dadurch unser ökologischer Fußabdruck begrenzt bleibt. Aber auch gerade wegen der gemütlichen, entspannten Atmosphäre, die ein so kleines Festival mit sich bringt. Bei uns gilt: ‚Ich verlege zwar mein Handy, aber ich treffe meine Freunde sowieso wieder.‘ Es kommen auch viele Leute, die Festivals eigentlich gar nicht so gerne mögen, aber MadNes lieben, weil es dort viel gemütlicher zugeht.“
Drei Tipps von Symen
Möchtest du schon mal in Festivalstimmung kommen? Symen verrät uns drei musikalische Tipps für die diesjährige Ausgabe:
La Pegatina – „Eine spanische, äußerst begeisterte Partyband. Stell dir fröhlichen Reggae und Rumba-artige Musik mit viel Schnickschnack vor. Wir haben schon sehr lange versucht, sie zum MadNes zu holen. Jetzt ist es endlich gelungen, und darüber bin ich sehr glücklich.“
Primaat – „Eine Band aus dem Osten des Landes … Sie machen richtig mitreißenden Reggae-Funk-Hip-Hop. Wir haben sie letztes Jahr bei der Popronde gesehen. Dort haben sie uns total umgehauen. Und das finden wir toll: Auch wenn man ihre Songs nicht kennt, wird man trotzdem mitgerissen. Wir lassen sie die Mainstage abschließen.“
Nusantara Beat – „Indonesische Musik mit einem moderneren, tanzbaren Touch. Ich denke, das ist ganz andere Musik als das, was man normalerweise hört, aber sehr unterhaltsam und tanzbar. Das MadNes-Publikum ist oft offen für alles Mögliche. Das hier ist wieder etwas ganz anderes, von dem ich glaube, dass es gut ankommen wird.“