Auf ins Meer!
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Bei der wunderschönen Küstenlinie, den Salzwiesen, den beschaulichen Dörfern, den kleinen Häfen und den Inseln könnte man fast vergessen, wodurch all dies entstanden ist: das Wattenmeer selbst! Das Meerwasser hat diese Landschaft über die Jahrhunderte hinweg geformt. Der Einfluss des Wassers, seine Weite und seine Kraft werden erst dann wirklich deutlich, wenn man an Bord eines Bootes geht und sich vom Festland löst!
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Leinen los!
Sobald die Leinen gelöst sind und das Schiff Kurs auf die Hafenmündung nimmt, beginnt das Abenteuer! Mit einem Lächeln im Gesicht spürst du die Sonnenstrahlen und eine leichte Spannung, während der Wind die Segel füllt. Vom Deck aus siehst du, wie die Küste an dir vorbeizieht. Der Deich ist deutlich zu sehen und schützt das dahinterliegende Land vor den riesigen Wassermassen, auf denen du dich gerade befindest. Auffällig ist auch, wie flach und weitläufig die Landschaft dahinter ist, wodurch der Nutzen des Deiches sofort deutlich wird.
Auf offener See
Es ist Flut und wir fahren immer weiter aufs Meer hinaus. Die Dörfer am Horizont werden immer kleiner. Da das Wattenmeer viele Untiefen aufweist, folgt der Schiffer den roten und grünen Bojen, die die Fahrrinne markieren. Unterwegs begleiten uns neugierige Seehunde sowie verschiedene Arten von Möwen und anderen Seevögeln. In der Ferne kann man die Inseln sehen. Vor allem Schiermonnikoog mit seinen beiden Leuchttürmen fällt ins Auge. Das Schiff nimmt Kurs auf die Engelsmanplaat, eine große, unbewohnte Sandbank in der Meeresenge zwischen Ameland und Schiermonnikoog. Diese Sandbank ist nur per Boot oder im Rahmen einer organisierten Wattwanderung zu erreichen.
Trockenfallen
Um auf die Sandbank zu gelangen, muss das Schiff auf Grund laufen. Dies geschieht bei Ebbe. Der Übergang von Flut zu Ebbe ist ein wunderschönes Schauspiel. Immer größere Teile des Meeresbodens ragen aus dem Wasser heraus, und es entsteht eine völlig neue Landschaft. Rinnen und Grate werden freigelegt, und das Wasser der höher gelegenen Sandbänke fließt daran vorbei. An einigen Stellen der Sandbank bleibt eine dünne Wasserschicht zurück, in der sich die tief stehende Sonne spiegelt.
Diese Veränderung bleibt nicht unbemerkt, und schon bald suchen große Scharen von Seevögeln auf der gerade entstandenen Ebene nach Nahrung. In der Ferne genießt eine Gruppe von Seehunden die letzten Sonnenstrahlen. Hier und da liegt ein kleines Segelboot vor Anker, und es herrscht eine ganz besondere, heitere Ruhe. Eine Ruhe, die für diesen Ort ganz charakteristisch ist.
Eine raue Wildnis
Doch diese Ruhe ist nicht immer selbstverständlich. Wenn ein Sturm aufzieht, kann es dort richtig stürmisch zugehen. Starker Wind treibt das Wasser über das Watt, während die Wolken vorbeirauschen. Auf
den Beinen zu bleiben, wird plötzlich zu einer Kunst, aber das Schauspiel ist beeindruckend. Hier wird deutlich, wie stark die Elemente sind und wie wichtig es ist, dass wir Deiche haben, die uns schützen. Das Wattenmeer ist eine wahre Wildnis, die sich nicht zähmen lässt. Glücklicherweise ist der Schauer nur von kurzer Dauer, und schon bald bricht die untergehende Sonne wieder durch.
Doch nicht ganz unbewohnt
Wenn die Ruhe zurückgekehrt ist und die Sonne langsam zum Horizont sinkt, werden die Farben immer schöner und intensiver. In der Ferne steht ein kleines Häuschen. Dieses Häuschen wird während der Vogelbrutzeit genutzt, um ein Auge auf die Vögel zu haben. Jetzt steht das Häuschen fast trocken, aber in nur 6 Stunden ist es wieder von brodelndem Wasser umgeben. Ein Prozess, der sich Tag für Tag vollzieht und damit unsere schöne Wattenmeerküste geformt hat.