Der Lange Jaap von Huisduinen
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Es sind die ikonischen Bauwerke der Watteninseln: Leuchttürme! Jede Insel hat einen, Schiermonnikoog sogar zwei. Insgesamt findest du also sechs Leuchttürme auf den Inseln im Wattenmeer. Die gleiche Anzahl an Leuchttürmen findest du auch entlang der Wattenmeerküste. Die Hälfte davon ist mittlerweile außer Betrieb, doch dennoch werden wir in der kommenden Zeit alle sechs Leuchttürme in Nordholland und Friesland ins Rampenlicht rücken. Wir beginnen in Huisduinen, bei „Lange Jaap“!
Lesezeit: ca. 5 Minuten.
Lange (und schwere) Jaap
In der weiten Umgebung der Nordspitze von Nordholland, in der Nähe von Den Helder, standen zu Beginn des 19. Jahrhunderts mehrere Leuchttürme und Leuchtfeuer. Es dauerte jedoch Jahrzehnte, bis der Kijkduin die Landschaft zieren würde. Nach einem Entwurf des Architekten Quirinus Harder – den wir von mehreren Leuchttürmen im Wattenmeergebiet kennen – wurde der Turm 1878 eröffnet. Der imposante, sechzehnseitige Kijkduin ist mit seinen 63,45 Metern der höchste gusseiserne Leuchtturm Europas. Dies brachte dem Turm schon bald den Spitznamen „Lange Jaap“ ein. Bis heute trägt der Kijkduin diesen Spitznamen mit Stolz.
Der Turm besteht vollständig aus gusseisernen Platten mit einem hochstehenden Rand, die miteinander verschraubt sind. Das macht den Leuchtturm sehr schwer. Tatsächlich wiegt „Lange Jaap“ nicht weniger als 506.100 kg.
Sichtbar aus 54 Kilometern Entfernung
Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Leuchtturm in Tarnfarben gestrichen. Die Höhe des Turms verschaffte den Deutschen einen großen Vorteil gegenüber den heranrückenden Alliierten. Die eigentliche Funktion des Leuchtturms kam jedoch fünf Jahre lang nicht zum Einsatz, da das Licht von den deutschen Marinesoldaten vollständig zerstört wurde. Nach dem Krieg wurde eine Notbeleuchtung installiert, woraufhin 1949 ein neues Linsensystem in Betrieb genommen werden konnte. Mitte der 1960er Jahre wurde dieses Linsensystem durch ein großes Kugellager ersetzt. Im Jahr 2021 ist das Licht von „Lange Jaap“ aus einer Entfernung von nicht weniger als vierundfünfzig Kilometern zu sehen.
Traust du dich, den Leuchtturm zu besteigen? Dann bist du eine ganze Weile unterwegs. Der „Lange Jaap“ hat sage und schreibe 284 Stufen. Vielleicht ist es ja doch ganz gut, dass der Leuchtturm für die breite Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Das erspart dir zwar eine Menge Kletterarbeit, aber du verpasst zweifellos eine beeindruckende Aussicht.
Weitere InformationenDe Kijkduin in Zahlen
Name: Kijkduin (im Volksmund „Lange Jaap“)
Küstenprovinz: Nordholland
Status: In
Betrieb Baubeginn: 1877
Eröffnung: 1878
Architekt: Quirinus Harder
Eigentümer: Rijkswaterstaat
Denkmalstatus: Seit 1988 unter Denkmalschutz
Höhe: 63,45 Meter
Form: Sechzehnseitig
Farbe: Rot
Baumaterial: Gusseisen
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