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Wie fotografiert man das Nordlicht?

Das Nordlicht ist ein Naturphänomen, das niemanden unberührt lässt. Die tanzenden Lichter am Himmel sind ein Traum für jeden Naturfotografen, und heutzutage braucht man keine professionelle Kamera mehr, um dieses Schauspiel festzuhalten. Mit ein wenig Hilfe der Technik und den richtigen Methoden kann sogar dein Smartphone Wunder vollbringen. Um dir den Einstieg so gut wie möglich zu erleichtern, haben wir den Naturfotografen Titus van 't Veer um einige Tipps gebeten. Tipps, die dir helfen werden, die Magie der Nordlichter so gut wie möglich einzufangen. 

Um Fotos von den Nordlichtern zu machen, brauchst du eine gute Kamera, am besten eine Spiegelreflex- oder Systemkamera. Auch moderne Smartphones leisten heutzutage schon sehr viel. Aber um gleich mal die Erwartungen zu dämpfen: Die Nordlichter sind in den Niederlanden weniger stark als in Skandinavien. Es kommt relativ selten vor, dass man die Farben mit bloßem Auge wahrnehmen kann. Gute Kameras und die neueren Smartphones sind lichtempfindlicher, weshalb man von „fotografischem Nordlicht“ spricht, wenn die Kamera es zwar einfangen kann, es aber mit bloßem Auge kaum oder gar nicht sichtbar ist. Selbst dann hat man Glück, wenn alle Faktoren zusammenkommen. Genau wie bei herkömmlichen Kameras musst du auch bei deinem Smartphone einige angepasste Einstellungen und Bedingungen berücksichtigen. Beginnen wir mit Letzterem: 

  • Suchen Sie sich einen dunklen Ort ohne Lichtverschmutzung. Je dunkler, desto besser. 
  • Schalte deinen Blitz aus. Handys tun das zwar manchmal automatisch, aber in diesem Fall arbeitest du am besten mit manuellen Einstellungen. Also ohne Blitz.
  • Verwenden Sie ein Stativ. Auch beim Smartphone neigen die Einstellungen wahrscheinlich zu längeren „Verschlusszeiten“, um mehr Licht einzufangen. Das Smartphone muss dann absolut ruhig gehalten werden, um scharfe Fotos zu erhalten. Seien Sie sich bewusst, dass an vielen windigen Orten auch mit Stativ noch Verwacklungen auftreten können. Es ist daher ratsam, Schutz zu suchen oder ein stabiles Stativ zu verwenden. 

Hast du ein relativ neues Smartphone, bei dem du die Einstellungen selbst vornehmen kannst? Dann funktioniert es fast genauso wie bei einer normalen Kamera. Wähle eine möglichst große Blende (kleinste Zahl!), damit möglichst viel Licht eingefangen werden kann. Wähle außerdem eine längere Verschlusszeit. Probiere es mit zehn Sekunden oder etwas mehr aus – hier kannst du experimentieren. Zuletzt kannst du mit dem ISO-Wert spielen. Je höher du diesen Wert einstellst, desto schlechter wird allerdings die Bildqualität. Es empfiehlt sich, diesen Wert unter 800 zu halten. Bei manchen Geräten kannst du nicht alle Einstellungen selbst vornehmen oder sie verfügen über einen Nachtmodus (Low-Light). Diese kannst du ebenfalls nutzen, hast dabei aber weniger Kontrolle.

Bei wenig Licht ist es manchmal schwierig, scharfzustellen. Wenn deine Kamera es zulässt, dies selbst einzustellen, ist das auf jeden Fall vorzuziehen. Versuche, eine Lichtquelle (Leuchtturm, heller Stern) zu finden, stelle darauf scharf und sperre diese Einstellung/diesen Fokus anschließend. Verwende keinen (digitalen) Zoom, da dies die Qualität des Fotos meist drastisch beeinträchtigt. Viele Smartphones (sogar ein älteres iPhone 8) bieten die Möglichkeit, im RAW-Format zu fotografieren. Damit kannst du bei der Nachbearbeitung möglicherweise noch mehr aus deinen Fotos herausholen – vorausgesetzt, du kennst dich ein wenig mit Photoshop oder Lightroom aus.

Wichtige Informationen

Die Jagd nach den Nordlichtern scheint gerade ein Hype zu sein, da die Aktivität derzeit relativ hoch sein kann. Durch die große Aufmerksamkeit in den Medien gehen viele Menschen davon aus, dass sie garantiert ein Lichtspektakel zu sehen bekommen, und reisen in Scharen an Orte an der Küste. Daher die folgenden Hinweise: Die Nordlichter sind unvorhersehbar. Die Wahrscheinlichkeit, dass du nichts siehst oder fotografieren kannst, ist größer als die, dass es klappt.

Respektiere die Natur und die Orte; oft handelt es sich um ruhige Plätze mit vielen Tieren und Dunkelheit. Sprich daher nicht mit lauter Stimme (Flüstere lieber) und lass deine Taschenlampe ausgeschaltet. So beeinträchtigst du auch nicht das Vergnügen anderer. Sollte kein Nordlicht zu sehen sein, genieße vor allem die Ruhe und die Sterne.

Weitere Fototipps? - Schau dir auch diese Blogbeiträge von Marcel van Kammen und Harmen Piekema an

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