Kriegspuren im Watt auf Ameland

1676 fuhr eine Flotte des deutschen Herzogs von Königseck nach Ameland, um die Insel zu erobern. Alle männlichen Amelander wurden angewiesen, sich eine Muskete zu besorgen. Doch zu einer Invasion ist es nie gekommen. Mehr als 250 Jahre später wurde die Insel dennoch von den Deutschen eingenommen. Begebt euch auf die Suche nach den Spuren, die sie in den Dünen von Ameland hinterlassen haben. Oder steigt in einen echten unterirdischen Bunker hinab und lasst euch von einer beeindruckenden Geschichte mitreißen.

  • Bunkertag Ameland

    Schließt euch einer Führung entlang der Bunker von Ameland an, die sonst nicht zugänglich sind, und entdeckt ihre besondere Geschichte.

  • Seefahrtzentrum Abraham Fock

    Besucht dieses außerordentliche, interaktive Zentrum, in dem sich alles ums Navigieren, Retten, Stranden sowie das Pferderettungsboot dreht.

  • B-24 Liberator ‘Dixie Flyer’

    Der verdrehte Propeller erzählt eine schicksalhafte Geschichte. Das Denkmal erinnert an die Tragödie, die sich hier abgespielt hat.

  • Kriegsgräber des Commonwealth

    Seht euch das eindrucksvolle Opferkreuz an und gedenkt der Helden, die ihr Leben für unsere Freiheit gegeben haben.

Ein fast sorgloser Urlaub auf Ameland während des Krieges

Ameland war sicherer als andere Orte in den Niederlanden. Zuerst konnten die Urlauber sogar noch einfach auf die Insel kommen. Doch in der Zwischenzeit flogen ständig Flugzeuge über die Insel und wurden angespülte Seeminen unschädlich gemacht.

Verschwundene und verborgene Narben - in den Dünen von Ameland

Die Wattenlandschaft gilt als eine Naturlandschaft, in der die Natur dominiert und sich ungestört entwickeln kann. Letzteres ist jedoch seit einiger Zeit nicht mehr ganz richtig. Seit Jahrhunderten bestimmen die Menschen, wie das Wattenmeergebiet aussieht. Unter anderem durch den Bau von Warften, Landgewinnung, Salzwiesenbildung und Eindeichung. Während des Zweiten Weltkrieges griffen die Deutschen mit dem Bau der vielen Verteidigungsanlagen des Atlantikwalls auch in diese Landschaft ein.

Als die Deutschen Pläne zur Verteidigung der niederländischen Küste machten, mussten sie diese Wattenlandschaft berücksichtigen. Wie bei den anderen Watteninseln lag auf Ameland der Schwerpunkt auf der Küsten- und Flugabwehr. Die größte Stellung wurde an der westlichen Spitze der Insel, in der Nähe des Leuchtturms, errichtet. Dieser Komplex bestand aus verschiedenen Bunkern, Baracken, einem Flakgeschütz sowie zwei Radarposten. Beim Bau dieser Stellung wurde das Vorhandensein der Dünen nur zu gerne genutzt.

DIE VORTEILE DER DUNENLANDSCHAFT

Denn die Dünenlandschaft war ein Vorteil für die Deutschen. Baugruben konnten schnell ausgehoben und anschließend auch schnell Beton gegossen werden. Um danach alles sofort mit Sand zu überschütten. Die Bunker waren also nicht nur einfach zu errichten, sondern auch problemlos zu tarnen. Dadurch war es wiederum möglich, Radaranlagen auf den höchsten Erhebungen zu installieren, wo eine bessere Reichweite erzielt wurde. Dies war eine alte, bewährte Militärstrategie: Nutze die Landschaft, wähle die beste Position, die eine Landschaft zu bieten hat und falle möglichst nicht auf.

Die Verteidigungsanlagen des Atlantikwalls waren ein großer Eingriff in die bestehende Wattenlandschaft. Auf Ameland sind die Narben jedoch größtenteils verschwunden oder verborgen. Aufgrund des Mangels an Baumaterial wurden Bunker direkt nach dem Krieg abgerissen. So steht auf der Insel beispielsweise ein Haus, das aus den Ziegelsteinen eines Bunkers gebaut worden ist. Doch auch die Wattenlandschaft selbst hat dafür gesorgt, dass zahlreiche Bunker im Meer oder unter dem Sand verschwunden sind. Egal wie sehr Menschen eingreifen, die Natur hat immer das letzte Wort.

  • Atlantikwall im Wattenmeergebiet

    Der Atlantikwall veränderte die Landschaft der Watteninseln und markierte die Wattenküste. Sie können jetzt die Geschichte hinter diesem faszinierenden Erbe des Zweiten Weltkriegs sehen und erleben.

  • Mehr über das militärische Erbe

     

    Hier können Sie das militärische Erbe der Wattenregion entdecken. Nehmen Sie an einer aufregenden Suche durch zugängliche Bunker und Museen teil. Und erleben Sie die eindringlichen Geschichten hinter diesem faszinierenden Erbe.