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Wieder lernen, zur Ruhe zu kommen: Dein Körper darf sich entspannen

Dein Handy vibriert, dein Kopf erstellt schon die To-do-Liste für morgen und selbst auf der Couch bist du noch im Gedanken bei der Arbeit. Und wenn du dann endlich Zeit zum Entspannen hast, klappt es nicht. „Ich weiß gar nicht mehr, wie ich mich entspannen soll.“ Yogalehrerin und ehemalige Physiotherapeutin Lisa hört das täglich in „De Yogaschuur“ in Winsum. In ihren Kursen, Workshops und Retreats im Wattenmeergebiet hilft sie Menschen dabei, diese Ruhe wiederzufinden. In diesem Blog gibt sie konkrete Entspannungstipps für zu Hause.

Lisa und De Yogaschuur

Lisa landete als Rucksacktouristin in Thailand bei einer Yogaschule und wusste sofort: Damit muss ich etwas anfangen. Dennoch entschied sie sich zunächst für eine solide Grundlage und wurde Physiotherapeutin. „Ich wollte nicht als Esoterikerin abgestempelt werden.“ Heute schlägt sie in „De Yogaschuur“ eine Brücke zwischen Schulmedizin und Alternativmedizin: Sie stellt Yogaphilosophie wissenschaftlichen Erkenntnissen gegenüber, hält Vorträge und hat ein Buch darüber geschrieben. Auf ihrer Matte stehen Menschen im Alter von 18 bis 83 Jahren, Männer und Frauen. Obwohl sich Männer laut Lisa häufiger für das etwas aktivere Hatha-Yoga entscheiden, ist Yoga für jeden da. Auch in ihrem Team unterrichten zwei männliche Yogalehrer die Gruppen. Damit möchte sie die Vorstellung widerlegen, dass Yoga vor allem etwas für Frauen sei.

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Kommt dir das bekannt vor?

Was Lisa derzeit am häufigsten hört: „Ich bin überreizt. Ich finde meine Ruhe nicht mehr.“ Vielleicht kommt dir das bekannt vor. Morgens greifst du als Erstes nach deinem Handy, sitzt den ganzen Tag vor einem Bildschirm und liegst abends wach, während deine Gedanken kreisen. Selbst an einem freien Tag kommst du nicht wirklich zur Ruhe. Und das spielt sich nicht nur in deinem Kopf ab. „Wenn du fünf Tage die Woche am Schreibtisch sitzt, spürst du das mit vierzig oder fünfzig“, sagt Lisa. „Dafür ist unser Körper nicht gemacht.“

„ Ich bin überreizt. Ich finde meine Ruhe nicht mehr. “

Ruhe kann man verlernt und wieder erlernen

Laut Lisa ist das keine Unwilligkeit. „Vor hundert Jahren sah man hier ein paar Kühe. Heute hat man sein Handy, Autos und den Freischneider der Gemeinde vor der Tür.“ Dadurch sind deine Sinne ständig in Alarmbereitschaft. So vergisst dein Körper, wie sich Ruhe anfühlt, aber das kannst du wieder lernen. Bei den Stammschülern von „De Yogaschuur“ entsteht eine Art Pawlow-Reaktion: „Sie riechen den Duft, sehen das Studio, und ihr Gehirn denkt: Hier darf ich mich ausruhen.“ Zu Hause gelingt das nur schwer. „Da ist der Wäschekorb noch voll oder ein Kind rennt hindurch.“ Im Wattenmeergebiet entfallen viele dieser Reize. Dass Yoga wirkt, belegen auch wissenschaftliche Untersuchungen aus dem Jahr 2020. „Schon bei einmal pro Woche Yoga in Kombination mit Atemübungen steigen die GABA-Werte. Dieser hemmende Neurotransmitter hilft, Überreizung, Angst und Schlaflosigkeit zu verringern. Es muss also gar nicht esoterisch sein.“

Was Ihnen ein Retreat bietet

Ein Retreat bietet dir das, was zu Hause nicht gelingt: ein paar Tage Abstand vom Reizüberflutungsstrom. Und im Wattenmeergebiet hilft die Umgebung dabei: Ein bisschen frische Luft auf dem Deich schnappen, und schon ist dein Kopf wieder ein Stück leerer. „Du bist für eine Weile keine Mutter, kein Vater und kein Kollege.“ Alles ist geregelt, es gibt sogar einen Koch. So kommt endlich Ruhe in deinen Kopf. Yoga am Morgen macht deinen Körper nach all dem Sitzen wieder geschmeidig. In den Vorträgen lernst du, wie sich Reizüberflutung auf dich auswirkt. Und Spaziergänge sowie eine ruhige Abendstunde helfen deinem Körper, sich daran zu erinnern, wie sich Ruhe anfühlt. Die Wirkung spürst du oft schnell. Ein Teilnehmer schlief schon nach einer einzigen langen Sitzung so gut wie schon lange nicht mehr. Und du stellst fest, dass du nicht der Einzige bist. „Man ist für eine Weile eine Art Mini-Gemeinschaft.“

„ Weil man buchstäblich aus seiner gewohnten Umgebung heraustritt, gelingt hier das, was zu Hause schwierig ist. “

Retreat im Wattenmeergebiet - Für einen Moment auf deiner eigenen kleinen Insel

Im Wattenmeergebiet verlangsamt sich dein Tempo ganz von selbst: ein weiter Horizont, Stille und der Rhythmus von Ebbe und Flut. Weil du buchstäblich aus deiner gewohnten Umgebung heraustrittst, gelingt dir hier, was zu Hause schwerfällt. „Du entfernst dich wirklich für eine Weile aus deiner eigenen Situation“, sagt Lisa. Auf Schiermonnikoog, wo Lisa Retreats leitet, spürt man das besonders stark. Die Überfahrt markiert den Schritt aus dem Alltag heraus – genau das, was man braucht, um zu entschleunigen. Auf der autofreien Insel bleiben nur die salzige Seeluft, das Rauschen der Wellen und kilometerlange Strände.

Das erste Mal Yoga? Kein Problem

Ob jung oder alt, Anfänger oder Fortgeschrittener: Erfahrung oder Beweglichkeit sind nicht erforderlich. Du machst mit, was du möchtest. „Diese Matte ist deine eigene Blase.“ Lisa gibt jedem individuelle Anweisungen und Alternativen. Ist der morgendliche Hatha-Kurs zu anstrengend, entscheidest du dich für Restorative Yoga, einen Vortrag oder einen Spaziergang. Noch nicht bereit für ein paar Tage Auszeit? Ihre langen Reset-Sitzungen von 2,5 bis 3 Stunden in Winsum wirken wie ein Mini-Retreat.

Zwei Dinge, die du schon heute tun kannst

1. Dehne dich, wenn du aufwachst. Nachts wird dein Bindegewebe steifer. Wenn du deine Arme über den Kopf streckst, bevor du nach deinem Handy greifst, startest du geschmeidiger und weniger steif in den Tag. „Schau dir doch mal Kinder und Tiere an: Die machen das immer“, sagt Lisa.

2. Leg dich mitten am Tag zehn Minuten hin. Augenmaske auf, Wecker stellen, einfach mal gar nichts tun. Dein Gehirn bekommt eine Pause von all den Reizen, wodurch du dich am Nachmittag frischer fühlst. Fällt dir die Stille noch schwer? Dann hör dir eine geführte Meditation an.

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