Die Balance zwischen Natur und Erholung
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Marjan Veenendaal lebt und arbeitet auf der Wattenmeerinsel Ameland. Als leitende Försterin bei Staatsbosbeheer sorgt sie gemeinsam mit ihrem Team dafür, dass die Natur geschützt und gepflegt wird. Sie nimmt uns mit über das trockengefallene Watt und erzählt, wie Natur und Erholung auf der Insel Hand in Hand gehen. Neben der Vermittlung der Bedeutung der Natur berichtet sie uns von den schönsten Orten.
Lesezeit: ca. 10 Minuten
Einzigartiges Ameland
Ameland, die Insel der Dünen und Polder, der charakteristischen Dörfer mit der Natur direkt vor der Haustür. Jede Watteninsel hat etwas Einzigartiges zu bieten. Hier sind es die Binnendünen. „Nirgendwo auf den Watteninseln findet man ein so großes zusammenhängendes Binnen-Dünengebiet.“ Marjan und ihr Team aus Förstern verwalten etwa 1.000 Hektar Land an der Nordseite der Insel sowie einen Teil der trockengefallenen Wattfläche zwischen Ameland und Schiermonnikoog: die Engelsmanplaat. Gemeinsam sorgen sie in diesem Gebiet dafür, dass die Natur geschützt wird und sich ungestört entfalten kann. Von Anfang April bis Mitte September behalten sie zusammen mit einer Gruppe von Freiwilligen auch die Engelsmanplaat im Auge und überwachen Vögel und Störungen.
Erleben Sie die Stille
Wattenwandern kann man von Ameland aus oder vom Festland über den Deich zur Engelsmanplaat. Während man über den Meeresboden wandert, wird man buchstäblich von der Weite überwältigt. Das Schöne am Wattenwandern ist die Stille, erzählt Marjan. „Wenn man still auf dem Meeresboden steht, kann man das Watt hören. Die Würmer, das Leben, die Strömungen und die Muscheln, die unter dem Schlick liegen. Man wird von all den Geräuschen der Natur überwältigt.“ Die Watteninseln sind bei Wattwanderern sehr beliebt, doch die Vögel dürfen dabei nicht gestört werden. Wenn sich die Wattwanderer zu sehr verstreuen, sind die Vögel buchstäblich davongeflogen. Deshalb ist es wichtig, dass ein Wattwanderführer mitkommt, erzählt Marjan. „Wattwanderführer haben hierfür eine Ausbildung absolviert und können dir genau sagen, wie du gehen musst und was gut für die Natur ist.“ Außerdem gibt es einen Ehrenkodex mit Verhaltensregeln, in dem genau erklärt wird, wie man das Watt genießen kann, während man die Natur respektiert.
Unberührte Natur
Natur und Erholung werden auf Ameland oft miteinander kombiniert. Das Gleichgewicht zwischen beiden ist sehr wichtig. Die Förster tauschen sich mit Unternehmern darüber aus, wie mit der Natur umgegangen werden soll. Außerdem legen sie Rad- und Wanderwege so an, dass der Mensch die Gegend genießen kann, ohne die Natur zu stören. „Gelegentlich kann es vorkommen, dass wir doch etwas absperren, weil dort beispielsweise ein seltener Vogel brütet. Dann möchten wir diesem Vögelchen den Raum geben, seine Jungen großzuziehen“, erzählt Marjan. Störungen entstehen vor allem durch Trampelpfade. Menschen verbreiten Gerüche, und Tiere bemerken dich viel früher, als du sie. Davon sind nicht nur Tiere wie Rehkälber, Kaninchen, Waldschnepfen und andere Bodenbrüter betroffen, sondern du kannst auch ganz einfach auf dem Blühplatz einer seltenen Orchidee stehen. Deshalb ist es wichtig, auf den Wegen zu bleiben. Von einem Wander- oder Radweg aus kannst du alles erleben, erzählt Marjan. „Manchmal muss man ein Fernglas mitnehmen, aber das macht es nur noch spannender.“
Haben Sie Geduld und entdecken Sie mehr
Marjan und ihr Team schützen die Natur auf Ameland, aber auch die Besucher der Watteninsel spielen dabei eine Rolle. Jeder hat es verdient, das Watt zu genießen, und deshalb müssen wir sorgsam damit umgehen. „Hier ist Platz für die Natur, und das müssen wir auch so beibehalten“, erzählt Marjan. Auf diese Weise bleibt das Wattenmeergebiet die Heimat vieler Watvögel wie der Löffler und der Strandläufer. Und auch wenn man es manchmal nur aus der Ferne erlebt, begegnet man mit etwas Geduld den unterschiedlichsten Tieren. „Setz dich ab und zu mal auf eine Düne oder einen Deich und schau dich um. Da fliegen alle möglichen Vögel vorbei. Von der Silbermöwe bis zum Braunen Weihen. Nimm dir Zeit, tauche in die Natur ein, und du wirst viel mehr sehen.“
Tipps von Försterin Marjan
- Den grünen Strand solltest du auf keinen Fall verpassen. Hier kannst du beobachten, wie die Watteninseln entstanden sind.
- Die charakteristischen Dörfer auf Ameland sind sehr reizvoll. In einigen Dörfern kann man noch heute die Geschichte des Walfangs nachempfinden.
- Wusstest du, dass auf Ameland die ersten Wälder angepflanzt wurden? Ameland hat wunderschöne Wälder. Streife herrlich durch die erst 100 Jahre alten Wälder.
- Die Binnendünen von Ameland sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Es ist ein ganz besonderes Erlebnis, über die Wanderdünen zu laufen.
- Hagedoornveld ist ein wunderschönes Gebiet mit Schilfvegetation und offenen Dünen. Der Radweg von Ost nach West führt hier hindurch. Wenn du auf Ameland bist, wirst du dies immer erleben.
Über die Försterin Marjan
Marjan Veenendaal ist Försterin auf der Wattenmeerinsel Ameland. Marjan ist zwar keine gebürtige Inselbewohnerin, ist aber 2011 zusammen mit ihrer Familie auf das wunderschöne Ameland gezogen. Sie begann als Försterin im Bereich Bewirtschaftung und leitet mittlerweile ein Team von sechs Förstern, von denen jeder seine eigene wichtige Aufgabe hat. Auf Twitter zeigt sie gerne, was Ameland so schön macht und was sie täglich als Försterin für die staatliche Forstverwaltung auf Ameland erlebt. Denn: „Die Natur ist schön, es wäre schade, sie nicht zu genießen.“
Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Staatsbosbeheer
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