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Nachhaltige Entwicklungen in der Fischerei

Die moderne Fischerei mit ihren großen Schiffen und schwerem Fanggerät vermittelt kein Bild, das zu einem natürlichen Weltkulturerbe passt. Glücklicherweise kannst du dich heutzutage in den Wattenmeerhäfen auch für eine nachhaltige Alternative entscheiden. Fisch, gefangen von Fischern, die es anders machen wollen. Die zum Beispiel nur ausgewachsene Fische fangen, die Saison berücksichtigen, den Meeresboden so weit wie möglich schonen und die Schäden für Vögel und Meeressäugetiere so gering wie möglich halten. Dafür zahlst du etwas mehr. Aber dafür bekommst du ein ehrliches regionales Produkt – sozusagen das Beste vom Besten. Und wenn man ihn von Kopf bis Schwanz verwertet, bekommt man wirklich etwas für sein Geld.

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Rastplatz und Kinderstube

Eine Voraussetzung für nachhaltigen Fischfang ist die Kenntnis der Fischbestände. Und genau das ist für das Wattenmeer größtenteils unklar. Über die auf dem Meeresboden lebenden Plattfische haben wir ungefähre Kenntnisse. Aber von all den Arten, die darüber schwimmen, ist nur begrenzt bekannt, wie zahlreich sie sind und wie es ihnen geht. Auch darüber, wie, wann und wozu Fische das Wattenmeer nutzen, gibt es noch viel zu lernen.

Waddentools Swimway
Und genau das tun die Forscher des NIOZ, der RUG und der WMR gemeinsam mit dem Wattenmeer-Verein, Rijkswaterstaat und Sportvisserij Nederland im Rahmen des Projekts „Waddentools Swimway“. Nicht für eine bessere Fischereipolitik, betont Projektleiter Wouter van der Heij vom Wattenmeer-Verband, sondern für eine bessere Fischbestandsbewirtschaftung, von der möglicherweise auch die Fischerei profitieren kann. Denn ein gesunder Fischbestand ist wichtig für das ökologische und wirtschaftliche Gleichgewicht im Wattenmeer.


– multifunktionale Nutzung Verschiedene Fischarten nutzen das Wattenmeer für unterschiedliche Zwecke. Genau wie für Zugvögel ist das Wattenmeergebiet für viele Wanderfische ein unverzichtbares Bindeglied. Darüber hinaus gibt es Arten, die das Wattenmeer und die Salzwiesen als Kinderstube, Laichgebiet oder zur Nahrungssuche nutzen. Manche Arten verbringen ihr gesamtes Leben im Wattenmeer, andere halten sich dort nur zu bestimmten Jahreszeiten oder in bestimmten Lebensphasen auf. Diese vielfältige Nutzung bedeutet auch, dass die Arten unterschiedliche Anforderungen an ihre Umgebung stellen. Wenn wir das Wattenmeer für Fische attraktiv halten und gestalten wollen, müssen wir wissen, was sie dort suchen und was sie brauchen.

Alte Fangtechniken
Um dies herauszufinden, nutzen die Forscher von Swimway hochmoderne Techniken wie eDNA-Untersuchungen und Unterwassermikrofone und statten Fische mit Sendern aus. Sie arbeiten aber auch mit traditionellen Fischern wie Jaap Vegter, Jurre Kerkhof sowie Jan und Barbara Geertsema zusammen. Mit alten Fischereitechniken wie dem „Kubben“ – dem Fischen mit kleinen Reusen – lassen sich beispielsweise Erkenntnisse über die Wechselwirkungen zwischen Fischen und Muschelbänken gewinnen. 

Stabil auf niedrigem Niveau
Wie wichtig dieses Wissen ist, geht aus dem jüngsten Bericht der Wissenschaftler hervor. Seit dem enormen Rückgang in den 70er- und 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts scheinen sich einige Fischarten zu stabilisieren, allerdings auf niedrigem Niveau. Bei einigen geht es wieder bergauf. Es gibt aber auch Arten, deren Bestand weiterhin zurückgeht. Indem man ihren Lebenszyklus oder ihre Wanderwege berücksichtigt, behält man den Überblick und verschafft den Verantwortlichen das Wissen, mit dem sie das Blatt wenden können.

Das Gold des Wattenmeers

Garnelen mit dem Gütesiegel „Waddengoud“ wurden im Wattenmeer oder vor der Küste der Watteninseln gefangen. Außerdem wurden sie direkt vor Ort geschält. Sie haben also nicht die für viele niederländische Garnelen übliche Reise nach Marokko hinter sich. Diese Garnelen kannst du direkt essen, zum Beispiel in Zoutkamp, wo sie vom Fischer von SOLT an Land gebracht werden. Aber auch in einer echten Wieringer Garnelenkrokette sind sie ein Genuss. Achte aber auf das „Waddengoud“-Siegel, um sicherzugehen, dass du es nicht mit der in Polen hergestellten Variante zu tun hast.

Aus der Saison „
“ Hast du Lust auf ehrlichen Saisonfisch? Dann entscheide dich für einen Meeräschen oder einen Wolfsbarsch. Da es nur wenige Fischer an der Wattenmeerküste gibt, die diese Arten fangen, ist von Überfischung keine Rede. Der Wolfsbarsch ist daher eine Art, deren Bestand seit 2013 wieder zunimmt. Die nachhaltig wirtschaftenden Fischer fangen ihn mit traditionellen Techniken wie Stellnetzen oder mit Handleinen und Angelschnüren. So vermeiden sie Störungen des artenreichen Meeresbodens der Wattenmeerregion. Außerdem fangen sie diese Arten ausschließlich in der Saison, das heißt nach der Laichzeit.

Muscheln
Eine Art, die man immer essen kann, ohne der Natur des Wattenmeeres zu schaden, ist die japanische Auster. Eine exotische Art, die Vögel links liegen lassen. Die Wattenausternfischer sammeln sie von Hand. Eine arbeitsintensive Tätigkeit. Das gilt auch für den Herzmuschelsammelbetrieb. Dies ist jedoch eine Meeresfrucht, die der Mensch mit den Vögeln und Fischen teilen muss, die ihre Nahrung aus dem Wattenmeer beziehen. Der Fang wird daher auf deren Nahrungsbedarf abgestimmt, damit das ökologische Gleichgewicht erhalten bleibt.

Der Bestand an Wattenmeer-Herzmuscheln schwankt von Natur aus stark. Jedes Jahr bleibt abzuwarten, wie viel gefangen werden kann. Das geschieht mit einem Handrechen. Dabei handelt es sich um eine Art Harke mit einem daran befestigten Netz. Die Fischer begeben sich bei Ebbe auf eine Sandbank und ziehen den Rechen dann durch die oberste Schicht des Meeresbodens. Dies liefert eine bescheidene Ausbeute. Die Wattenmeerkokkel ist daher nur begrenzt erhältlich, unter anderem bei Meromar Seafoods in Harlingen, das auch andere Schalentiere wie Nonnetjes und Scheermessen verkauft.

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