Chancen und Herausforderungen bei der Nachhaltigkeit der Produktionskette im Überblick
Lennart van den Houten, Student im vierten Studienjahr im Studiengang „International Development Management“ an der Van Hall Larenstein in Velp, hat im Auftrag der Stiftung Waddengroep eine Studie durchgeführt. Dabei handelt es sich um eine Untersuchung zu Chancen und Herausforderungen bei der Nachhaltigkeit der Produktionskette im Weltkulturerbe Wattenmeergebiet. Er hat die Nachhaltigkeit von Transport und Verpackungen sowie die Auswirkungen von Kooperationen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis sind eine Reihe von Ansatzpunkten für die Ökologisierung der Produktionskette.
Im Hinblick auf die Nachhaltigkeit des Verkehrs nennt Lennart den Umstieg auf Elektrofahrzeuge als Chance, den Vertrieb umweltfreundlicher zu gestalten. Ein Vorbehalt dabei ist die relativ hohe Investition, die ein Unternehmen hierfür tätigen muss, was vor allem den kleinen Wattenmeer-Unternehmer davon abhalten kann, auf Elektrofahrzeuge umzusteigen. Auch die Reichweite solcher Fahrzeuge ist noch deutlich geringer als bei konventionellen Verkehrsmitteln, doch für den Regionalverkehr ist dies möglicherweise kein Problem, sofern es in der Wattenmeerregion genügend Ladestationen gibt. Lennart erwähnt außerdem, dass es Fördermöglichkeiten gibt, die die Investitionskosten für Elektrofahrzeuge senken können. Auch die langfristigen Auswirkungen des Wegfalls teurer Kraftstoffe können den Umstieg auf Elektrofahrzeuge lohnenswert machen. Eine Alternative ist „blauer Diesel“, der ebenfalls eine erhebliche Reduzierung der CO₂-Emissionen bewirkt. Diese umweltfreundliche Variante ist allerdings deutlich teurer als herkömmlicher Diesel.
Auch nachhaltige Verpackungsmaterialien spielen eine wichtige Rolle. Verbraucher weltweit legen offenbar immer mehr Wert auf nachhaltige Verpackungen und sind sogar bereit, dafür etwas mehr zu bezahlen. Hersteller bezeichnen den Anstieg der Verpackungskosten als Hindernis für die Umstellung auf nachhaltige Verpackungen. Dem steht jedoch gegenüber, dass nachhaltige Verpackungslösungen langfristig Kosteneinsparungen durch eine effizientere Gestaltung bringen können, sodass das Produkt beispielsweise weniger Platz einnimmt und sein Gewicht reduziert wird.
Darüber hinaus ist Zusammenarbeit ein wesentlicher Faktor für die Nachhaltigkeit der Lebensmittelproduktionsketten. Durch gemeinsame Einkaufs- und Vertriebsmaßnahmen können Produzenten beispielsweise von niedrigeren Kosten und zusätzlichen Finanzierungsmöglichkeiten profitieren. Auf den Inseln kann dies aufgrund der isolierten Lage und der geringeren Notwendigkeit, Produkte auf das Festland zu liefern – da der Absatz auf der Insel bereits mehr als ausreichend ist – schwierig sein. Unternehmer äußern zudem die Befürchtung, bei einer Zusammenarbeit im Transportbereich den Kundenkontakt zu verlieren.
Der Forschungsbericht verdeutlicht die Chancen und Risiken für eine nachhaltigere Gestaltung der Produktionskette. Dies kann Unternehmern möglicherweise bei ihren Entscheidungen helfen, die für eine nachhaltige Zukunft des Weltkulturerbes Wattenmeer von Bedeutung sind. Wer den Abschlussbericht der Studie erhalten möchte, kann sich an die Stiftung Waddengroep wenden: info@waddenvoedsel.nl
Entdecken Sie mehr - Watten-Gastronomie
Dieser Artikel wurde im Rahmen des Programms „Watten-Gastronomie stärkt das Weltkulturerbe-Erlebnis“ verfasst. Der Wattenfonds ermöglicht das Programm durch einen finanziellen Beitrag. Die Provinzen Nordholland, Friesland und Groningen kofinanzieren das Projekt, und auch die Projektpartner NHL Stenden, die Stiftung Waddengroep sowie Unternehmer leisten einen eigenen Beitrag.
![]()